Richtig Lüften – So schaffen Sie ein gesundes Raumklima
Regelmäßiges und richtiges Lüften sorgt nicht nur für frische Luft, sondern auch für ein gesundes Wohnklima. Beim Lüften wird feuchte, verbrauchte Luft nach draußen geleitet und frischer Sauerstoff hereingelassen – das regt den Kreislauf an, steigert die Konzentration und beugt Müdigkeit vor.
Feuchtigkeit entsteht nicht nur beim Duschen, Kochen oder Wäschewaschen. Schon in einem Vier-Personen-Haushalt entstehen täglich rund zwölf Liter Wasserdampf. Ohne ausreichendes Lüften kann sich diese Feuchtigkeit an Wänden absetzen und Schimmelbildung verursachen.
Richtiges Lüften ist daher genauso wichtig wie richtiges Heizen. Am effektivsten ist das Stoßlüften: Fenster für kurze Zeit weit öffnen, anstatt sie dauerhaft gekippt zu lassen. Bei gekippten Fenstern kann die feuchte Luft nur langsam entweichen, wodurch die Luftzirkulation unzureichend bleibt und sich Kondenswasser am Fenstersturz sammelt.
Zudem erhöhen dauerhaft gekippte Fenster den Energieverbrauch, da Wände auskühlen und mehr Heizenergie benötigt wird. Besonders bei Heizungen mit fossilen Brennstoffen wirkt sich dies seit Einführung der CO₂-Steuer 2021 zusätzlich auf die Kosten aus.
Luftfeuchtigkeit und Raumklima
Die Luftfeuchtigkeit beschreibt den Anteil von Wasserdampf in der Luft. Die sogenannte relative Luftfeuchtigkeit – angegeben in Prozent – zeigt das Verhältnis des aktuellen zum maximal möglichen Wasserdampfgehalt an. Je wärmer die Luft, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen.
Ein Beispiel: Beträgt die Luftfeuchtigkeit 50 Prozent, ist die Hälfte des möglichen Wasserdampfgehalts in der Luft enthalten. Die ideale Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen liegt zwischen 40 und 60 Prozent.
Die richtige Wohnraumlüftung – So geht’s
Mehrmals täglich lüften: Öffnen Sie die Fenster – je nach Jahreszeit – mehrmals täglich für einige Minuten. Im Sommer empfiehlt sich 3–4-maliges Lüften für etwa 15 Minuten, im Winter genügen meist 2-mal täglich 5 Minuten.
Im Sommer länger lüften: Da die Luftfeuchtigkeit im Sommer höher ist, dauert der Luftaustausch länger. Lüften Sie am besten in den kühleren Morgen- und Abendstunden.
Stoßlüften statt Kippstellung: Stoßlüften ist deutlich effektiver, weil sich die Luft schneller austauscht und die Feuchtigkeit sofort entweichen kann.
Nach dem Kochen oder Duschen: Lüften Sie sofort nach dem Kochen oder Duschen, da hier kurzfristig besonders viel Feuchtigkeit entsteht.
Querlüften für optimalen Luftaustausch: Öffnen Sie gegenüberliegende Fenster gleichzeitig – so entsteht Durchzug, der den Luftaustausch beschleunigt.
Wäsche nicht in der Wohnung trocknen: Feuchte Wäsche erhöht die Luftfeuchtigkeit erheblich. Wenn Sie in der Wohnung trocknen müssen, tun Sie dies in einem beheizten Raum und lüften Sie regelmäßig.
Luftfeuchtigkeit messen: Ein Hygrometer hilft Ihnen, die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten. So können Sie gezielt reagieren, bevor Schimmel entsteht oder die Luft zu trocken wird.
Richtiges Lüften – Schimmel vermeiden
Um ein angenehmes Raumklima zu erhalten, sollte die Raumtemperatur etwa 20 °C betragen, bei einer Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent. In Küche und Bad ist der Feuchtigkeitsanteil naturgemäß höher als in Schlaf- oder Wohnräumen.
Regelmäßiges Stoßlüften nach dem Duschen oder Kochen verhindert, dass sich Feuchtigkeit an Wänden absetzt. Stellen Sie Möbel nicht direkt an Außenwände, sondern lassen Sie einen Abstand von etwa zehn Zentimetern, damit die Luft auch hinter Schränken zirkulieren kann. So vermeiden Sie Feuchtigkeitsansammlungen und Schimmelbildung.
Kondenswasser und Luftfeuchtigkeit
Kondenswasser an Fenstern ist ein Warnsignal für falsches Lüften. Da Glasflächen meist die kältesten Stellen im Raum sind, schlägt sich dort Feuchtigkeit zuerst nieder. Wischen Sie Kondenswasser regelmäßig ab und sorgen Sie für frische Luft.
Mit einem Hygrometer lässt sich die Luftfeuchte einfach kontrollieren. Liegt sie dauerhaft über 60 Prozent, besteht Schimmelgefahr. Ist die Luft hingegen zu trocken, kann dies Schleimhäute und Atemwege reizen.
Hilfreich können technische Geräte sein: Luftentfeuchter reduzieren zu hohe Luftfeuchtigkeit. Luftbefeuchter helfen bei trockener Heizungsluft im Winter.
Wie oft sollte man lüften?
Die Häufigkeit des Lüftens hängt von Jahreszeit, Außentemperatur und Nutzung der Räume ab. Im Winter reichen meist mehrere kurze Stoßlüftungen von je fünf Minuten pro Tag. Dabei sollte die Heizung kurz heruntergedreht werden, um Energie zu sparen.
Im Sommer darf das Fenster länger geöffnet bleiben – 20 bis 30 Minuten, idealerweise morgens oder abends. Während heißer Tageszeiten sollten die Fenster geschlossen bleiben, um ein Aufheizen der Räume zu vermeiden.
Als Faustregel gilt: Je wärmer es draußen ist, desto länger sollte gelüftet werden. Drei Lüftungszyklen pro Tag sind das Minimum – bei hoher Raumnutzung gerne häufiger.
Nach Neubauten oder Fenstertausch
In Neubauten oder nach Renovierungen mit neuen, dichten Fenstern kann sich zunächst mehr Feuchtigkeit im Innenraum ansammeln. Baustoffe enthalten oft noch Restfeuchte, die langsam entweicht. Besonders in dieser Phase ist regelmäßiges Lüften wichtig, um Baufeuchte abzuführen und ein gesundes Raumklima zu sichern.
Fazit
Richtiges Lüften ist ein wesentlicher Bestandteil gesunden Wohnens. Es beugt Schimmel vor, senkt die Luftfeuchtigkeit und sorgt für frische, sauerstoffreiche Luft. Mit dem richtigen Lüftungsverhalten und energieeffizienten Fenstern von August Dahm aus Hagen schaffen Sie ein dauerhaft angenehmes Raumklima – für Gesundheit, Wohlbefinden und Werterhalt Ihres Zuhauses.